GesA Stud
GesA Stud entwickelt und evaluiert niedrigschwellige, personalisierte Maßnahmen zur Förderung der Studierendengesundheit und zur nachhaltigen Steigerung des Studienerfolgs.
Das aus dem Projekt resultierende CAMPUS-Framework umfasst Handlungsempfehlungen für Hochschulen, die aus der systematischen Erforschung von Risiko- und Resilienzfaktoren auf der individuellen Ebene als auch der strukturellen hochschulischen Kontextebene basieren.
CAMPUS
Kooperation
Das CAPTURE Teilprojekt vervollständigt die Datenlage zur psychischen Gesundheit von Studierenden und bisher in Untersuchungen vernachlässigte Faktoren werden analysiert. Hierfür werden bestehende Projektdaten zur psychischen Studierendengesundheit und Ergebnisse internationaler Untersuchungen systematisch gescreent, um bisher wenig erforschte Aspekte oder blinde Flecken zu identifizieren. Um Datenlücken zu schließen, wird an den vier beteiligten Hochschulen und weiteren interessierten deutschen Hochschulen eine web-basierte Befragung durchgeführt. In der Befragung werden sowohl kritische Phasen im Studienverlauf (z. B. Studienabschlussphase) als auch Bedarfe/Bedürfnisse von Subpopulationen (z. B. Studierende mit Beeinträchtigung, mit Care-Aufgaben, berufstätige Studierende) erhoben. Die gewonnen Daten werden in bestehende nationale und internationale Forschungsergebnisse eingeordnet und eine qualitative Synthese mit nationalen und internationalen Daten wird vorgenommen.
Im Teilprojekt ASSESS“ wird die Datengrundlage zur psychischen Gesundheit von Studierenden in Deutschland durch die Nutzung großer bevölkerungsbasierter Kohortenstudien erweitert. Analysiert werden Daten der NAKO-Gesundheitsstudie sowie der DigiHero-Studie, die umfassende Informationen zum Studierendenstatus, zur psychischen Gesundheit sowie zu soziodemographischen und gesundheitsbezogenen Merkmalen enthalten. Der longitudinale Aufbau dieser Studien ermöglicht es, zeitliche Verläufe psychischer Belastungen sowie deren Zusammenhang mit Studienphasen und biografischen Übergängen (z. B. vor, während und nach dem Studium) zu untersuchen. Durch die Verknüpfung mit Krankenkassendaten können darüber hinaus Diagnosen und Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen differenziert analysiert werden. Dies erlaubt es, Versorgungswege systematisch nachzuvollziehen und potenzielle Versorgungslücken zu identifizieren.
Ein zentraler Mehrwert des Teilprojekts liegt in der breiten, bevölkerungsbezogenen Datenbasis, die Analysen jenseits einzelner Hochschulstandorte ermöglicht und somit generalisierbare Aussagen für Deutschland erlaubt. Die Kombination von Primär- und Sekundärdaten eröffnet zudem die Möglichkeit, Personengruppen einzubeziehen, die in Routinedaten allein nur eingeschränkt identifizierbar sind.
Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wesentliche Grundlage für die Identifikation von Risiko- und Resilienzfaktoren sowie für die Analyse von Versorgungsprozessen. Sie werden in die Ergebnisse der weiteren Teilprojekte integriert und tragen maßgeblich zur Entwicklung evidenzbasierter Handlungsempfehlungen im CAMPUS-Framework bei.
Teilprojekt MAGNIFY vertieft die quantitativen Befunde aus den Teilprojekten CAPTURE und ASSESS des CAMPUS-Verbundprojekts mit einer qualitativen Herangehensweise, die es ermöglicht, individuelle Perspektiven, Erfahrungen und Ansichten ausführlich zu untersuchen und das komplexe Zusammenspiel verschiedener Risiko- und Resilienzfaktoren zu erfassen. Ausgewählte Gruppen von Studierenden mit besonderen Risiko- und Resilienzfaktoren (z .B. Studierende mit Care-Aufgaben wie Elternschaft oder Pflege von Angehörigen, LGBTQIA+*-Studierende) werden tiefgehend mittels qualitativen leitfadengestützten Interviews untersucht. Die Ergebnisse werden genutzt, um spezifische Belastungen sowie für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden förderliche und hinderliche Faktoren zu analysieren und anschließend adressat*innengerechte Empfehlungen abzuleiten. Die Empfehlungen, wie Gruppen von Studierenden mit besonderen Risiko- und Resilienzfaktoren in der hochschulischen psychischen Gesundheitsförderung zukünftig bestmöglich Beachtung finden können, fließen ebenfalls in das CAMPUS-Framework ein.
PRODUCE trägt zu verschiedenen Teilprojekten des CAMPUS-Verbundprojekts bei, das systematisch die psychische Gesundheit von Studierenden in Deutschland untersucht, um interventionsrelevante Erkenntnisse zu gewinnen und praxisnahe Empfehlungen für Hochschulen abzuleiten.
Innerhalb des Verbunds widmet sich das PRODUCE Teilprojekt der Analyse von hochschulischen Faktoren, der Qualität von Gesundheitsangeboten und der psychischen Gesundheit von Studierenden. Weiterhin werden im PRODUCE Teilprojekt die im gesamten Verbund generierten Erkenntnisse synthetisiert und aufbereitet. Basierend auf der generierten Evidenz wird ein anwendungsorientiertes Konzept zur systemorientierten Prävention gemeinsam mit relevanten Beteiligungsgruppen gemäß des Ko-Kreation-Ansatzes entwickelt. Das Ergebnis dieses Prozesses wird zum Schluss in das CAMPUS-Framework des Gesamtverbunds überführt.
Zentrales Ziel des PRODUCE Teilprojekts ist es, die im gesamten Verbund generierten Erkenntnisse zu synthetisieren und aufzubereiten, um aus dieser generierten Evidenz ein anwendungsorientiertes Konzept zur systemorientierten Prävention gemeinsam mit relevanten Beteiligungsgruppen gemäß des Ko-Kreation-Ansatzes zu entwickeln.
Das Teilprojekt UNFOLD STRENGTHS widmet sich der Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Frameworks zur Förderung des psychischen Wohlbefindens von Studierenden. Als Basis wird ein Scoping Review in internationalen Datenbanken, einschlägigen Webseiten und in der grauen Literatur durchgeführt, im Rahmen dessen bestehende Frameworks zur psychischen Gesundheit an Hochschulen aus verschiedenen Disziplinen identifiziert werden. Das Projekt zielt darauf ab, vorhandene Stärken auf individueller, sozialer und struktureller Ebene sichtbar zu machen („unfold strengths“) und in einem innovativen, adaptierbaren Framework für Hochschulen nutzbar zu machen. Für die Entwicklung des CAMPUS-Frameworks werden bewährte theoretische Ansätze und Modelle mit den Forschungsergebnissen aus den anderen Teilprojekten im CAMPUS-Verbundprojekt zusammengeführt. Basierend darauf werden die Daten eingeordnet. Da sich Handlungsbedarfe, Barrieren und Ressourcen in den einzelnen Hochschulen unterscheiden, wird darauf geachtet, dass das Framework anpassbar für die unterschiedlichen Voraussetzungen und Belange von Hochschulen gestaltet ist. Zwischenstände des Frameworks werden im Rahmen eines iterativen Prozesses mit den Akteur*innen des Steuerkreis (u. a. Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen) diskutiert. Ergebnisse aus den CAMPUS-Verbundprojekt werden gezielt an die Öffentlichkeit und unterschiedliche Akteur*innen an Hochschulen kommuniziert. Hierfür wird im Teilprojekt UNFOLD STRENGTHS ein umfassendes Kommunikationskonzept erarbeitet und angewandt, welches für den Hochschulbereich relevante Dialoggruppen (Studierende, Mitarbeitende an Hochschulen, Professor*innen, Hochschulleitungen, Krankenkassen, politische Akteur*innen), Kommunikationskanäle – und wege, Inhalte und Kommunikationsformate benennt. Für die Kommunikationswege und -inhalte sowie den möglichen Einsatz von innovativen Formaten zur Dissemination wird die Expertise des Steuerkreises im CAMPUS-Verbundprojekt kontinuierlich hinzugezogen.
Dr.in Prof.in Stefanie Helmer
Konsortialführung CAMPUS
Universität Bremen
Institut für Public Health IPP
+49 421 218-68803